Sonntag, 17. März 2013

Weiss ist nicht gleich Weiss


Ein befreundeter Architekt brachte mir vor kurzem das Booklet wand 11 des Farbrat - einer Wertegemeinschaft von Malermeistern und Wohnraumgestaltern mit.

Bevor ich zum eigentlichen Thema komme ein paar Worte zum Farbrat:
Einmal im Jahr stellt der Verband eine Wandegestaltung vor und widmet sich diesem besonderen Thema.

Foto: oberflaechenwelt.de

2011 wurde der Frage nachgegangen, welche ursprünglichen Weißpigmente sich in heimischen Gebirgszügen und in Millionen Jahre alten Kalk- Schiefer- und Muschelablagerungen  aufspüren lassen um diese dann in eine umweltverträgliche und zeitgemäße Wohnraumgestaltung zu intergrieren.
                                                       



Foto: Ritter und Frank.de
Entstanden ist ein "Atlas der natürlichen Weißpigmente in den deutschen Kern-Landschaften" wie es beim Farbrat so schön heißt.
FilderWeiß, SchwäbischerJuraWeiß, TaunusWeiß - man kann darin schwelgen wie in guten Weinsorten... - sehr zu empfehlen!
Nicht wenige der Pigmente wurden (und werden) seit Jahrhunderten bei der Wandgestaltung eingesetzt.



Und genau das ist das Thema!
Bis vor wenigen Jahrzehnten wurden solche Pigmente immer eingesetzt.

Foto: www.farbrat.de

Noch in meiner Lehrzeit wurde Kalk gelöscht und Leimfarbe angerührt... - Decken und Wände hatten damals einen angenehmen, erdigen Weisston. Die Betonung liegt auf erdig! Erst seit Titandioxid (synthetisches Weisspigment) dieses "schmutzige" Weiss ablöste haben wir überall dieses makellose, sterile und blendende helle Weiss. Und ich rede hier nur vom Farbton, nicht von der Beschichtungsart.

Diese "alten" Weiss-Farbtöne gehören alle aus Feng Shui-Sicht zum Element Erde und bringen in Räume das ein, was vielen heute fehlt - die Erdung.
Dieses reine Weiss, das auch als yang-Ausgleich  in der Monade dargestellt wird, ist die sogenannte "Nichtfarbe" Weiss - die alle anderen Farben in sich birgt.

Das reine Weiss ist dem Element Metall zuzuordnen. Leider eines der Elemente, die uns in Innenräumen sowieso schon dauernd umgeben. In Form von Beton oder Betonoptik (grau), grauen Böden, metallenen Oberflächen, Türklinken, Beschlägen und vielem mehr. Kein Wunder das es in diesen Räumen  zu Antriebslosigkeit und Energiemangel kommt.

Wie wäre es mit mehr Erdung?